Posted on: 14. Februar 2026 Posted by: Klaus Hock Comments: 0

Nach Infiltration und Abtropfen folgt der letzte und kritischste Schritt der Holzstabilisierung: die thermische Aushärtung.

Hier entscheidet sich, ob der zuvor sauber aufgebaute Prozess in einem stabilen, spannungsarmen Ergebnis mündet – oder ob innere Defekte entstehen.

Viele Probleme wie Blasen, Risse oder spröde Strukturen entstehen nicht während der Infiltration, sondern durch eine zu schnelle oder unkontrollierte Aushärtung.

In diesem Beitrag erklären wir, warum eine stufenweise thermische Aushärtung entscheidend für reproduzierbare Qualität ist.

Was bei der Aushärtung im Holz geschieht

Während der Aushärtung polymerisiert das eingedrungene Harz im Holzinneren.

Dabei laufen mehrere Prozesse gleichzeitig ab:

• chemische Vernetzung des Harzes
• Wärmeentwicklung durch exotherme Reaktion
• Volumenänderungen von Holz und Polymer

Diese Vorgänge müssen kontrolliert ablaufen, damit sich keine inneren Spannungen aufbauen.

Warum schnelles Erhitzen Probleme verursacht

Wird stabilisiertes Holz zu schnell auf hohe Temperaturen gebracht, läuft die Polymerisation ungleichmäßig ab.

Typische Folgen einer zu aggressiven Aushärtung:

• lokale Überhitzung
• Dampfbildung aus Restfeuchte
• Blasen und Mikrorisse
• spröde oder inhomogene Bereiche

Viele dieser Defekte sind von außen nicht sofort sichtbar, zeigen sich jedoch später bei der Bearbeitung oder im Gebrauch.

Warum stufenweise Aushärtung Stabilität schafft

Eine stufenweise thermische Aushärtung gibt dem Material Zeit, sich an Temperatur- und Reaktionsänderungen anzupassen.

Durch kontrollierte Temperaturstufen:

• wird die Exothermie begrenzt
• können Gase und Restfeuchte entweichen
• verläuft die Vernetzung gleichmäßig
• werden Spannungen reduziert

Das Ergebnis ist ein homogenes, belastbares Verbundmaterial.

Aushärtung funktioniert nur im Zusammenspiel

Die Aushärtung ist kein isolierter Prozessschritt.

Sie funktioniert nur dann zuverlässig, wenn zuvor:

• die Holzfeuchte im geeigneten Bereich lag
• die Infiltration kontrolliert durchgeführt wurde
• überschüssiges Harz abgetropft ist

Eine saubere Aushärtung setzt saubere Vorarbeit voraus.

Warum wir auf Reproduzierbarkeit setzen

Unser Ziel ist nicht maximale Geschwindigkeit, sondern reproduzierbare Qualität.

Eine stufenweise Aushärtung:

• reduziert Ausschuss
• sorgt für gleichmäßige Ergebnisse
• erhöht die Langzeitstabilität
• macht den Prozess beherrschbarGerade bei unterschiedlichen Holzarten und Querschnitten ist diese Kontrolle entscheidend.

Fazit

Die thermische Aushärtung ist der letzte Schritt – aber nicht der einfachste.
Nicht hohe Temperaturen, sondern kontrollierte Stufen führen zu stabilen, spannungsarmen Ergebnissen.
Wer diesen Schritt ernst nimmt, schließt den Stabilisierungsvorgang sauber ab und schafft die Grundlage für dauerhaft hochwertiges Holz.